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2 Jahre Vegetarier – 4 Monate Vegan

Veröffentlicht von um Mittwoch, 14 Dezember, 2011

Ungefähr um diese Zeit vor zwei Jahren beschloss ich Vegetarier zu werden.
Vor 4 Monaten ging ich dann einen Schritt weiter und wurde vegan.
Ich gehe seit dem ich Vegetarier bin regelmäßig zum Blut spenden. Vor ein paar Tagen war ich das vierte mal in diesem Jahr hin. Man bekommt den Eisenwert beim Blutspenden sofort gesagt, dieser ist für mich einer der Werte, die ich im Auge behalten sollte. Aber in diesen zwei Jahren ist dieser Wert immer zwischen 15,5 und 17g/dl gewesen (was gut ist). Zudem sagte der Arzt das letzte mal zu mir (mit russischem Akzent): “Sie haben Blutdruck, wie Kosmonaut”. Mein Blutdruck war 120 / 80. :D
Auch die letzte Blutuntersuchung vom DRK war in Ordnung.
Vitamin B12 supplementiere ich seit dem ich Veganer bin. Sicher ist Sicher.
Da wäre dann noch Eiweiß, aber ich esse gerne Nüsse & trinke relativ oft Sojamilch (Sojabananenmilchshake ftw!). Gelegentlich gibt es dann auch Tofu. Da sollte ich also auch genug Eiweiß bekommen.
Vitamin D ist eigentlich kein typischer Veganer Problemwert da man diesen durch die Sonne selbst produzieren kann. Gerade im Winter ist dies aber schwierig. Das könnte bei mir ein Problem geben.
Momentan geht es mir körperlich also echt gut.

Nachdem ich 2 Monate Vegan war, ist es Alltag geworden. Ich habe jetzt einen “Einkaufsstandard” und kenne genug vegane Lebensmittel.
Sobald man außer Haus ist, wird es aber kompliziert. Vegan ist zurzeit noch alles andere als Gesellschaftsfähig.
Deshalb muss man bei sowas immer einen Plan B in der Hand haben (Voressen, Salat, Obst in der Tasche). Das Thema Fastfood hat sich für mich eigentlich erledigt.

Die Reaktionen auf meine Ernährung sind gemischt.
So ganz verstehen kann meine Mutter es nicht, sie unterstützt mich aber trotzdem dabei und backt / kocht vegan für mich.
Mein Vater glaubt nicht das sowas gesund ist, aber es ist meine Entscheidung, also sagt er nicht mehr dazu.
Oma & Opa finden es gar nicht gut, meinen Opa hat es schon nicht gepasst das ich Vegetarier geworden bin (dieser berühmte Generationskonflikt).
In der Regel werden ich von anderen deswegen belächelt, oder höre Aussagen wie “Was du bist Veganer? Dann kannst du ja gar nichts mehr essen!” + Kopfschütteln.
Gelegentlich gibt es aber auch Menschen die sich dafür interessieren und nachfragen wie dies und jenes ist. Solche Gespräche machen mir dann auch Spaß.

Ich habe aufgehört bei jeder Gelegenheit zu erwähnen, dass ich Veganer bin. Ich will mich damit nicht aufdrängen.
Meiner Meinung nach sollte jeder Vegetarier werden, aber Veganer sollten nur die werden, die es wirklich wollen.
So versuche ich es auch nach außen zu tragen, wobei ich nicht zu den “Predigern” gehöre.

Alles im Allen läuft es momentan echt gut.

Vegan – der Plan

Veröffentlicht von um Sonntag, 3 Juli, 2011

Ich habe beschlossen mich Vegan zu ernähren. Warum? Eine Vegane Ernährung ist die einzige konsequente Art der Vegetarischen Ernährung. Kühe und ganz besonders Legehennen werden alles andere als Artgerecht gehalten und außerdem geht es um die moralische Vertretbarkeit eine andere Rasse auszunutzen. Für mich ist schon, seit dem ich Vegetarier bin klar, dass ich irgendwann noch einen Schritt weiter gehen muss, irgendwann.

Jetzt (viel früher als ursprünglich angesetzt) ist es soweit. Ich werde spätestens dieses Jahr zu Weihnachten keine tierischen Produkte mehr essen.

Im ersten Schritt werde ich erst einmal Shampoos, Seifen, Schuhe, Kleidung, Medikamente, etc. aufräumen und da alles was irgendetwas Tierisches enthält ersetzen (Natürlich muss ich mir dafür Ersatz ohne irgendetwas Tierisches suchen). Außerdem gucke ich was ich bei meiner alltäglichen Ernährung ersetzen muss (-> Ich brauche einen neuen Frühstücks Aufstrich, selber machen?). Dafür suche ich dann auch noch Alternativprodukte.

Dann kommt die interne Umstellung. Nichts tierisches mehr kaufen, und sobald es möglich ist, zu Hause nur noch Vegan zu essen. Das größte Problem wird es hier selber zu kochen, da ich momentan viel in der Kantine esse. Das geht definitiv nicht mehr wenn ich mich Vegan ernähre.

Im letzten Schritt werde ich dann auch nicht mehr Tierische Produkte essen, wenn ich bei jemanden zu Gast bin.

Bis zum letzten Schritt werde ich nicht an die große Glocke hängen, dass ich mich nur noch Vegan ernähre  (Was ich hier schreibe wird eher weniger von meinem Umfeld gelesen – ist also kein “an die Glocke hängen”) und auch weiter außer Haus Vegetarisch essen. Veganer werden meistens als Spinner abgetan. Diesem “Imageproblem” werde ich damit solange ich kann einigermaßen ausweichen.

Früher oder später muss ich aber damit leben, dass ich als Spinner betrachtet werde, nur weil ich keine tierischen Produkte esse…

Eine Ausnahme gibt es. Reiten. Ich werde weiterhin reiten, und auch Sattel und Reitausrüstung werden nicht ausgetauscht. Es wäre einfach zu teuer. Sollte ich neue Reitausrüstung kaufen, wird diese aber lederfrei.

Mir ist bewusst, welche Risiken eine Vegane Ernährung hat: Vitamin B12 Mangel ist vorprogrammiert – Wichtig ist daher regelmäßig das Blut untersuchen zu lassen. Ich gehe regelmäßig Blut spenden, da wird mein Blut auch untersucht. Ich denke das reicht fürs Erste.
Natürlich ist klar, dass ich mich weiter ausgewogen ernähren muss, um kein Calcium-, Eisen- oder Eiweißmangel zu bekommen.
Alles in allen denke ich aber es ist möglich sich so zu ernähren und es hilft meinen Gewissen ungemein.

Wer mehr über die Gründe warum ich mich so ernähre erfahren will, sollte mal das Buch “Anständig Essen” lesen.

Du bist Vegetarier?

Veröffentlicht von um Mittwoch, 15 Dezember, 2010

Was?! Du bist Vegetarier?? Wie kannst du ohne Fleisch leben? Ich könnte das nicht, wirst du dabei nicht krank? Du hast bestimmt voll die Mängel? Aber du bist doch kein Veganer, das sind ja nur die total kranken Leute.

Vegetarisch Kochen ist eigentlich ganz leicht

Ja, ich bin Vegetarier, aus Überzeugung. Ich bin es gerne, nicht nur weil ich mich dann beim Essen immer ein bisschen anstellen kann, sondern auch weil ich mich dabei gut fühle.

Ich bin jetzt ein Jahr Vegetarier und lebe immer noch. Viel verändert hat  sich für mich eigentlich nicht. Ich lasse einfach das Fleisch weg und esse dafür mehr Obst & Gemüse.
So einfach ist das.
Ob ich was vermisse?
Wenn ich ehrlich bin, gelegentlich, wenn ich im Kühlschrank einen alten Geruch wahrnehme (z.B.: Lachs), dann denkt man doch für eine Sekunde ans Essen – wenn ich aber dann daran denke wie dieser Fisch gelebt hat, dass er gelebt hat, eventuell mit 10000 Fischen in einen viel zu engen verschmutzten Becken oder [...] Bei diesen ganzen Gedanken die in diesen Moment entsteht, vergeht mir der Appetit schlagartig wieder.

Ich höre auch oft von Leuten, dass sie wenig Fleisch essen, hat für mich aber nicht im Geringsten etwas mit Vegetariern zu tun. Ich esse kein Fleisch und  kein Fisch, für mich sind beides Tiere – Und Tiere esse ich nicht .
Tierische Produkte schon, aber des Öfteren mit einem schlechten Gewissen. Es ist für mich zurzeit nur ein Kompromiss, den ich schließen musste. Irgendwann werde ich deshalb wohl versuchen mich Vegan zu ernähren – allerdings nicht im Moment – Ich bin dafür erst zu kurz Vegetarier. Erst mal muss ich das ein paar Jahre leben. Ich wäre dafür wohl auch zurzeit viel zu inkonsequent. Es ist nicht einfach sich so kompromisslos zu ernähren, besonders wegen der Gefahr auf Mängel (Vitamin B12), deswegen habe ich vor gesunden Veganern großen Respekt.

Ich setzte mich gerne mit meinem Essen auseinander, lese im Laden bevor ich etwas kaufe, immer die Zutaten durch, gucke was ich essen muss um Nährstoff X zu bekommen, habe mich lange in Texte über die gesundheitlichen Folgen der Vegetarischen Ernährung auseinander gesetzt. Wenn man sich richtig Vegetarisch ernährt gibt es meiner Meinung nach keinen Mangel, weder körperlich, geschmacklich, noch von der Vielfalt.

Das Nervigste bei der vegetarischen Ernährung sind die Anderen. Die meisten verstehen mich nicht, bzw. nehmen mich nicht ernst. Reaktionen wie im ersten Satz sind nicht selten. Zuerst habe ich mich gerne erklärt, mit der Zeit wird das allerdings lästig. Mit vielen kann man darüber nicht reden, meistens sind das denn die, die einen  immer wieder Fragen und einen dann Fleisch ins Essen mischen wollen (finde dieses Verhalten einfach nur widerlich). Ich verstehe nicht warum man so intolerant gegenüber anderen sein kann. Ich zwinge anderen ja auch nicht meinen Glauben auf, bzw. klaue denen das Fleisch vom Teller, das ist eine Entscheidung die jeder für sich selber treffen muss. Naja aber es gibt ja immer “ein paar Idioten” in der Welt, sie gehören genauso wie “die paar Spinner” zu den man mich wahrscheinlich zählen kann, dazu. Alles andere wäre ja langweilig…

Ich werde hier über weitere Veränderungen in meiner Ernährung berichten.

PS: Über meine Ausbildung zu bloggen lohnt sich zurzeit noch nicht, da warte ich noch ein bisschen mit – Jetzt ist erst einmal Weihnachten!