Musiksammlung aufräumen

musik aufräumenEs gibt Menschen, die sammeln alles Mögliche und können nichts wegschmeißen. Ich gehöre nicht dazu, nicht ganz, seit dem ich einen PC habe sammle ich alles an Musik was ich so in die Finger kriegen kann und lösche da auch nur sehr ungern Musik raus (Man könnte sie ja evtl. später mal mögen – wäre nicht das erste Mal das sich mein Musikgeschmack verändert). So haben sich im Laufe der Zeit 140 GB Musik (+ 10GB Hörbücher und Soundtracks) gesammelt, da ich sie nicht so von heute auf morgen bekommen habe, ist die Sammlung nicht sehr Einheitlich. WMA, MP3, M4A, Flac usw.
Die Ordner Strukturen sind dadurch auch teils sehr unterschiedlich (Ab und zu ist auch ein Lied völlig falsch eingeordnet). Die ID3 Tags sind immerhin fast alle richtig gesetzt.
Allerdings nervte dieses leichte durcheinander schon ein wenig. Besonders da mein Handy, was ich auch viel als MP3 Player nutze, sich mit einigen Formaten (WMA > 1000 kbps) etwas anstellt.
Es ist ja nicht so, dass ich früher schon versucht hab da etwas aufzuräumen, allerdings hat das nur mäßig geklappt. Diese ganzen Ordner und Dateien einzeln umzubenennen und zu verschieben ist einfach zu viel Arbeit.

Deswegen habe ich es dieses Mal mit Hilfe neuester Technologie probiert.
Das ganze sah dann wie folgt aus:

Schritt 1: Ein Backup von der Musiksammlung anlegen (Für den Fall der Fälle).

Schritt 2: Gesamte Musiksammlung auf MP3 umstellen:
Das gestaltete sich gleich etwas Schwieriger. Erst einmal muss man alles finden was nicht MP3 ist. Mit Media Monkey ging das allerdings ganz gut. Nur eine „Ordner öffnen“ Funktion habe ich nicht gefunden. Danach habe ich die Musik mit dem Programm Format Factory ins MP3 Format umgewandelt.
Das klappte allerdings nicht bei den *.wma Dateien die mehr als 1000 kbps hatten.
Für diese habe ich dann Jodix’s Free WMA to MP3 Converter benötigt.
Das Ganze ist sehr Zeitaufwendig, da die ID3 Tags nicht immer übernommen werden.
Deshalb musste ich die einzelnen Alben mit Mp3Tag neu taggen.
Nachdem ich das aber alles erledigt hatte (Ich hatte zum Glück überwiegend MP3 Dateien in meiner Musiksammlung) ging es weiter zu

Schritt 3: Taggen
Ich hatte anscheinend auch noch unterschiedliche ID3 Tag Versionen in den einzelnen MP3 Dateien.
Deshalb habe ich bei allen MP3 Dateien „von Kuhjunge“ ins Kommentarfeld eingetragen. Dadurch wurden sie alle ins das gleiche Format umgeschrieben (Mp3Tag ist wirklich ein praktischer Helfer).
Dann hatte ich noch das Problem das viele Cover der Alben nur als Folder.jpg im Musikverzeichnis gespeichert waren. Ich habe mir dafür in Mp3Tag eine Aktion erstellt, die im jeden Verzeichnis die Bilder raus sucht und in die Datei schreibt (Das ganze dauert dann wirklich Stunden aber immerhin automatisiert). Mit MediaMonkey habe ich dann nur noch überprüft ob auch wirklich alle Dateien die wichtigsten Tags besitzen, damit sie auch ja alle bei Last.fm gescrobbelt werden. Viel wichtiger waren die Tags allerdings für die Neustrukturierung meiner Musiksammlung (Minimum: „Interpret“ „Albuminterpret“ & „Titel“).

Schritt 4: Sortieren
Der nächste Schritt war dann das automatische Sortieren mit Media Monkey.
Einfach die gesamte Musiksammlung markieren und per Rechtsklick mit „Automatisch einordnen“ sortieren.
So habe ich gleichzeitig viel doppelte Musik (Gleiches Album) gefunden, da die nicht kopiert werden konnte
(Da konnte ich mich dann tatsächlich von so manchem Album trennen).
Ich habe die Musik dann in einen ganz anderen Ordner kopiert. Media Monkey hat mir dann noch angeboten alle Dateien, die anscheinend zum Album gehören (zb. folder.jpg, Playlisten und was sonst noch im selben Ordner wie das Album war) mit zu kopieren. Daran hatte ich aber kein Interesse. Die verbliebenen Dateien (2 GB nicht Musik!) habe ich dann gelöscht. Zum Schluss habe ich dann noch überprüft ob die Musiksammlung das alles unbeschadet überstanden hat (Anzahl richtig, Alle Tags noch da, „Stich“- Hörproben). Der Windows Media Player hat dann beim neueinlesen der Musiksammlung, erst einmal sämtliche Cover.jpg wiederhergestellt.
Naja, muss ich jetzt mit Leben, solange ich den Windows Media Player noch benutze (Überlege mir da noch aktuell eine Alternative, da 140GB zu viel für die WMP Medienbibliothek ist).
Nach dem Aufräumen waren dann nur noch 127 GB Musik vorhanden. Hat also auch ein bisschen Platz geschaffen.
Das Ganze war sehr Zeitintensiv, da 23000 Dateien nicht innerhalb von 5 Minuten von einem Programm bearbeitet werden können, zu mindestens nicht auf meinem Laptop.
Verwendete Software:

Last.fm

Last FM Logo

Seit dem 7. Januar 2009 nutze ich schon Last.fm.

Erst habe ich hauptsächlich meine Musik über Last.fm mitgeschnitten (per Lastsharp ).
Seit November 2009 scrobble ich auch von Last.fm. Scrobbeln heißt, das Last.fm sich alles was ich höre merkt. Damit kann Last.fm dann meinen Musikgeschmack sehr genau analysieren und mir ein persönlichen Radiokanal zur Verfügung zu stellen und mir neue Künstler, die mir gefallen könnten, vorzuschlagen. Und natürlich kann man so auch Freunden leichter seinen Musikgeschmack präsentieren.

Seit Oktober 2010 ist das downloaden von Musik über Last.fm schwer geworden. Weshalb ich das auch vernachlässigt habe. Scrobbeln ist dadurch eig. in den Vordergrund getreten. Ich habe es auch mal mit einem Abo probiert, allerdings sah ich dadurch keinen großen Vorteil. Ich habe das Abo deswegen nicht verlängert. Das Web Radio habe ich nie viel beansprucht. Das hat sich erst vor ca. einem Monat geändert. Ich habe zurzeit einige Probleme mit der Größe meiner Musiksammlung auf meinen PC (Medienbibilothek langsam) weshalb ich momentan nur noch mein persönliches „Mix Radio“ über den Last.fm Player (eig. ja Ironie – 150GB Musik auf der Festplatte und höre Web Radio). Ich muss sagen es gefällt mir ziemlich gut. Es kommen wirklich fast nur gute Musik in meinem persönlichen Radio. :)
Auf meinem Android Handy habe ich natürlich auch das Last.fm App. Hauptsächlich nur zum scrobbeln. Ich habe einen relativ kleinen Datentarif (300MB), den möchte ich nicht mit Web Radio verbrauchen, weshalb ich die Radiofunktion vom Last.fm App nie nutze.

Nun kam gestern eine Email vom Last.fm Team (In Englisch! – da musste ich erst mal mit meinem bisschen Englisch übersetzten…). Darin geht es darum, dass Musik streamen über das Last.fm App ab sofort kostenpflichtig wird. (Blogeintrag / Heise News). Außerdem stand bei mir noch:

In taking this decision, we have given a lot of thought to how this impacts some of our early adopters and long-time users like you. We truly appreciate what you have meant to our growth and success, and offer you the following as a token of our thanks;

A free 3 month subscription to Last.fm

Hach, das ist doch nett. Damit ich nicht gleich aus Frust meinen Account lösche, bekomme ich ein 3 monatiges kostenloses Abo. Ich kann Last.fm schon verstehen. Das Abo hat sonst echt nicht viel zu bieten. Ich hätte die Funktion aber trotzdem nicht vermisst.

Von Last.fm könnte ich mich inzwischen sowieso nicht mehr trennen.
In diesem Sinne, ein frohes Musik hören. :)

ps: Besucht mich mal auf meinem Last.fm Account: http://www.lastfm.de/user/quh91 .