Ein Jahr Lübeck

TL;DR: Ich lebe noch & mir geht es gut. Eigentlich sogar ziemlich gut.

Und schon bin ich ein Jahr am Studieren. Dafür, dass ich mich früher zu blöd zum Studieren hielt, läuft es eigentlich ganz gut. Ich bekomme BAföG und kann mich deshalb voll um mein Studium kümmern. Da ein Studium weniger Zeitintensiv als eine Ausbildung ist, habe ich sogar einiges mehr an Freizeit.

Rotes Kalb

Das Rote Kalb – Symbolbild für alles gerade.

Der Campus ist hübsch und nicht weit von der WG. 20 Minuten zu Fuß. Meine tägliche Dosis frische Luft. Die Mensa bietet ab und an ein veganes Gericht an. Die Räume der FH sind chronisch überbelegt. Trotzdem schaffe ich es, mir den Stundenplan einigermaßen zurechtzulegen. Seit einer Weile habe ich sogar einen Nebenjob, nicht des Geldes wegen, sondern weil ich gefragt wurde. Eine weitere Anekdote die sich gut im Lebenslauf macht. Weiterlesen

Tattoo

Ihr lest richtig, ich habe mir ein Tattoo stechen lassen. Lange schon habe ich mit dem Gedanken und immer bin ich am Motiv gescheitert. Ein Motiv, dass ich mein ganzes Leben lang mit mir tragen werde, muss vorsichtig ausgewählt werden. Da ist die Motivwahl mit Abstand das Wichtigste an der ganzen Geschichte. Tattoos bei anderen Menschen finde ich schon eine ganze Weile ziemlich cool. Ich wollte auch einfach gerne die Erfahrung machen, wie es ist, sich ein Tattoo stechen zu lassen und es zu tragen.

Im Februar kam mir ein Gedankenblitz. Auf einmal war mir völlig klar, welches Tattoo ich mir stechen lassen würde. Was sowohl originell, einzigartig und ist und trotzdem schlicht. Etwas was ich mein ganzes Leben lang nicht bereuen könnte. Was sowohl eine persönliche Geschichte trägt, als auch ein Statement für die Welt.

Tattoo

Die Idee war mir den Aufdruck der Ohrmarke meiner Kuh Berta tätowieren zu lassen, auf die Brust, ein Stück über den Herzen. Berta hat mich immerhin fast mein halbes Leben begleitet und hat mich doch ziemlich geprägt. Da bin ich ihr irgendwie ein kleines Denkmal schuldig. Ihre Ohrmarke kann ich ohne Nachdenken zu müssen seit meinem zehnten Lebensjahr auswendig. Eine Nummer die mich so oder so mein ganzes Leben begleiten wird. Die persönliche Geschichte hinter meinem Tattoo. Weiterlesen

Magnetimplantat

Es passierte, als ich eine Folge vom Elektrischen Reporter sah. Es wurde das Magnetimplantat von Rin gezeigt. Von diesen Moment an war mir klar, dass ich so etwas auch haben wollte. Ich machte mich über das nächste Studio schlau in welchen man sich so ein Magnetimplantat setzten lassen konnte (Welches Naked Steel in Berlin war) und las mir viele Erfahrungsberichte durch.

Magnet ImplantatAllein der Gedanke, dass ich mir für etwa 200€ einen neuen Sinn einbauen lassen konnte, faszinierte mich sofort. Zudem fand ich es auch einfach total cool, eine Magnetsuperkraft zu haben und kleine Geldstücke und Metallgegenstände einfach mit meinem Finger anheben zu können.
Außerdem ist es ein kleiner Testlauf, in den nächsten Jahrzehnten werden Implantate immer mehr kommen. Dieses Implantat ist noch eine relative harmlose Spielerei, aber trotzdem eine Erfahrung, die in diese Richtung geht. Wer weiß, wie man seinen Körper noch funktional erweitern kann in der Zukunft…

Trotzdem musste ich noch etwas mit dem Implantat warten, da das Studio zu dem Zeitpunkt gerade die Magneten ausgegangen waren und die Nachlieferung auf sich warten lies. Eineinhalb Monate später setzte ich dann meinen Plan mit einem Tagestrip nach Berlin um. Weiterlesen

Ein Jahr wie ’45

„Weißt du was uns fehlt? Es fehlt uns wieder so ein Jahr wie ’45. Ein Jahr wo wir alle mal wieder Hungern müssen!“ Die Mitte 40 Bäckereifachverkäuferin und die Azubine an ihrer Seite stimmen den alten Kriegsveteranen nach seiner Rede nickend und bejahend zu. Wohl in der Hoffnung, ihm trotzdem noch ein paar Berliner verkaufen zu können. Vielleicht auch weil sie tatsächlich glauben, dass ein Jahr lang hungern aus dem durchschnittlichen Wohlstandskind einen Weltverbesserer machen könnte. Am liebsten möchte ich schreien. Fragen ob er es damals so toll fand, dass tausende verhungert sind, weil nicht genug Essen da war. Ob Ihm überhaupt bewusst ist, dass er zu den Alten und Schwachen gehört, die in der Regel als Erstes bei Katastrophen abkratzen würden? Ein Jahr hungern macht die Menschen nicht schlauer. Nicht wirklich. Es fördert nur die Verschwendung danach, wenn die Nahrung wieder in großen Mengen verfügbar ist. Freiwilliger, bewusster Verzicht, bessere Aufklärung, Bewusstsein und Verantwortungsgefühl schaffen hilft gegen unsere Wegwerfgesellschaft, nicht zwangshungern. Letztendlich war seine Vorstellung nur ein „Früher war alles Besser“ oder in diesen Fall „Wir hatten es früher ja so viel schwerer und das hat unseren Charakter so viel besser geformt“. Eine Glorifizierung der eigenen Jugend. Der Neid auf die neue Generation. Selbst in meiner Generation beobachte ich immer mehr „Facebook“ post in denen Menschen stolz darauf sind, mit 7 noch kein iPhone besessen zu haben. Das selbe Phänomen. Eine andere Generation. Wer weiß worauf die „IPhone“ Generation später neidisch sein wird.

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Geschenk von meiner Schwester

Und schon wieder Geburtstag. Für normale Menschen ein Grund zum Feiern. Für einige ein Grund sich richtig zu besaufen. Für mich ist es ein Donnerstag.

Ich feiere meinem Geburtstag nicht, hauptsächlich weil ich generell nicht gerne “feiere”, andererseits gab mein Freundeskreis nie große Feiern her und nachdem ich zu alt für einen Kindergeburtstag war, habe ich das feiern von Geburtstagen meistens ausgelassen. Hin und wieder saß ich an meinem Geburtstag mit ein paar engen Freunden zusammen. Mehr aber auch nicht.

In sozialen Netzwerken trage ich mein Geburtsdatum nicht ein. Ein Grund dafür war, dass im damaligen “SchülerVZ” ein Klassenkamerad von mir Glückwünsche am 1.1 bekam, weil er dieses Datum als Platzhalter eingetragen hatte. Die ursprüngliche Idee dahinter war, wie viele von meinen Freunden mir gratulieren würden, wenn keine Erinnerung auf einem Sozialen Netzwerk kommt. Die traurige Wahrheit ist, dass es nur eine sehr überschaubare Anzahl ist. Hauptsächlich enge Freunde und Familie. Hin und wieder bin ich auch von einigen meiner Freunde auf den sozialen Netzwerken sehr positiv überrascht, dass sie an meinen Geburtstag denken und mir gratulieren. Diese 2 – 3 Glückwünsche sind mir dann aber viel lieber als 100 Glückwünsche durch die Facebook Erinnerung.

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Ein kleiner Statusbericht

KuhjungeDas Studium läuft seit etwas mehr als einem Monat. Bisher würde ich sagen auch recht gut. Durch meine Ausbildungen habe ich einen großen Vorsprung im Fach Programmieren und lerne dort hauptsächlich Begrifflichkeiten und einen saubereren Programmierstil. Das Fach Datenbanken kann ich aktuell auch sehr entspannt angehen, denn Datenbanktheorie und praktische MySQL Erfahrungen habe ich auch schon. Ganz anders sieht es bei Mathematik und Informatik aus. Ich muss zugeben, dass ich Informatik und Programmieren fälschlicherweise für das Gleiche hielt. Dem ist aber nicht so. Obwohl Informatik sehr theoretisch ist und viel Mathematik enthält, komme ich damit bisher noch gut klar. Mein Problemfach ist Mathematik. Da ich mich aber neben die richtigen Leute setze, bekomme ich die Aufgaben wenn ich sie nicht gleich verstehe erklärt und konnte so bisher alle Aufgaben recht gut lösen. Allerdings bin ich auch schon an der einen oder anderen Aufgabe verzweifelt. Der trockenen Mathematikvorlesung an einigen Tagen zu folgen fällt auch nicht immer leicht.
Aktuell bemühe ich mich auch um eine Zusatzqualifikation namens “EOQ Quality Manager Junior”. Man muss im Studium mitnehmen, was man kann. Dazu kommt, dass ich mein Studium im Moment nicht mit einem Nebenjob finanzieren muss. Deshalb habe ich genug Zeit um diese Qualifikation neben dem Studium zu erwerben.

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Probleme, mal wieder.

Im Leben geht es auf und ab. Mal hat man Tage, in denen alles einfach perfekt läuft. Dann gibt es auch noch diese Tage, an denen einfach gar nichts klappt. Mal ist man monatelang ohne nennenswerte Probleme, manchmal ist alles schon soo lange schlecht, dass man die Hoffnung fast aufgibt.Selten ist es aber nur eine Seite.

Bis vor Kurzen würde ich sagen, hatte ich eine lange Phase, in der es mir richtig gut ging. Heute fühlt es sich an als würde gerade alles um mich herum einstürzen. Vielleicht liegt es daran, dass ich gerade wieder überplant bin und mein Leben “heiß läuft” oder einfach daran, dass ich zu wenig Schlaf bekommen habe. Ich habe momentan wieder Probleme. Sowohl völlig neue als auch alte Bekannte. Probleme psychischer Natur und materieller Natur und natürlich werden sie mir alle auf einmal bewusst. Weiterlesen

Internet

Ich telefoniere mit meiner Oma. Sie spricht einen Text von mir aus dem Internet an. Ich schrieb etwas davon, dass mein Kumpel nach einem Konzert in Hamburg auf dem Rückweg kurz im Gegenverkehr fuhr. Ich erinnerte mich an die Situation, doch nicht an den Text. Ich schaute auf meiner Website nach, auf meiner Google Plus Seite, doch nichts, keine Spur von dem Text.

Jetzt sitze ich hier und frage mich wo dieser Text steht, den meine Oma so beim googlen finden konnte, und was für Texte da noch so über mich stehen. Ich habe das Internet wohl ein wenig unterschätzt.

Februar – ein Statusbericht

neue schuhe

Und dann ist der Monat auf einmal zu Ende, dabei hatte ich mir doch vorgenommen, jeden Monat mindestens einen Blogeintrag zu veröffentlichen. Aber was gibt es über diesen Monat zu schreiben?

Nachdem ich im Januar feststellen musste, dass ich mich übernommen habe, habe ich alle Freizeitaktivitäten drastisch zurückgefahren. Momentan komme ich deshalb nicht viel aus dem Haus. Das ist aber nicht weiter schlimm, da ich immer noch genervt bin von dem Lärm, der sich um mich abgespielt habe und ganz gut mit dem “alleine sein” klarkomme. Zeit mit anderen Menschen zu verbringen kostet mich viel Kraft und die brauche ich im Moment für andere Dinge. Zum Beispiel meine Ausbildung, in der mich mein Abschlussprojekt momentan voll auslastet.
Die große Abschlussprüfung, die unaufhaltsam immer näher rückt, drückt mir auch auf das Gemüt.
Zudem fordert die Berufsschule momentan auch viel Aufmerksamkeit.
Dazu kommt, dass ich momentan zu entscheiden habe, was nach der Ausbildung mit meinem Leben passieren soll. Momentan reizt mich ein internationaler Studiengang am meisten. Aber weil meine Englischkenntnisse bescheiden sind und ich dafür meinen Freundeskreis und die Nähe zu meiner Familie aufgeben muss, ist das keine Entscheidung, die ich über Nacht fällen kann.

Ich nehme mir momentan auch Zeit für einige Dinge, die im letzten halben Jahr unter das Rad gekommen sind, weil ich so mit meinen Freizeitaktivitäten ausgelastet war, dass ich schlichtweg dazu gar nicht kam. Zum Beispiel neue Serien zu sehen und einfach mal ein Wochenende durch zu programmieren oder nichts zu tun. Vor allem zum “nichts tun” bin ich lange nicht mehr gekommen.
Deswegen hat sich wohl eine innere Unzufriedenheit gebildet, die jetzt erst langsam wieder abheilen muss.

Leider bleiben dabei momentan nicht wenige Freunde auf der Strecke, was mich persönlich schon stört. Allerdings konnte ich auch nicht weiter machen wie bisher.
Ich muss noch mal schauen, was ich mit einigen Hobbys mache, besonders vor dem Hintergrund, dass ich die Region zum Sommer hin wohl eventuell für immer verlassen werde.
Und ehe man sich versieht, ist auf einmal ein ganzer Monat schon wieder vorbei.

ps: Ich habe neue Schuhe!

Alte Freunde

Vor einem Jahr in etwa brach den Kontakt zu einen meiner ältesten Freunde ab. Das „Warum“ spielt schon lange keine Rolle mehr. Damals habe ich mir aber gesagt, dass ich mindestens ein Jahr den Kontaktabbruch „durchhalte“ (ja, so bin ich halt).
Vor einer Woche dann hielt ich den Telefonhörer in der Hand und tippte seine Nr. ein.
Aufregung. Ich habe den Kontakt von den einen auf den anderen Tag total abgebrochen. Einfach so.
Wie würde er reagieren? Ich malte mir die üblichen „Worst Case“ Szenarien in meinen Kopf aus.
Dann nahm er ab. „Hallo?“ – „Hallo, ich bin es Chris – kennst du mich noch?“
Nachdem das Überraschungsmoment abklang brach das Gespräch los. Er war zwar überrascht über meinen Anruf, kümmerte sich aber nicht darum, dass ich mich mal eben ein Jahr lang nicht von mir hören lassen habe. Wir tauschten die wesentlichsten Veränderungen in unseren Leben aus, fachsimpelten etwas und verabredeten uns dann für den nächsten Tag.

Als er mir entgegen kam fiel ihm als erstes auf, dass ich inzwischen komplett in Schwarz rumlief (nicht immer, aber immer öfter).
Er hingegen, der damals nur in Schwarz gekleidet war lief inzwischen in Farbe herum.
Nicht nur sein Kleidungsstil hat sich geändert, nein, inzwischen nimmt er am normalen Partyleben Teil, und auch sonst fällt er nicht mehr aus der Reihe als alle anderen. Sein Musikgeschmack, einst Wegweisend für meinen eigenen, ist nun Mainstreamkompatibel. Er hat sich angepasst. (…ist erwachsen geworden?)

Ich hingegen tendiere immer mehr zu Schwarz. Die Bands die ich höre werden immer lauter (Naja, einige – aber es ist immer noch dieser Rock/Metal/Gothic/Eletro/Folk Bereich da). Ich fange jetzt an auch auf Festivals zu gehen (Wird auch mal Zeit! – Bald Amphi!).

Aber auch wenn wir uns optisch verändert haben, so sind die Charakterzüge immer noch die selben. Er erzählt immer noch über das „mega krasse“ Auto das er sich kaufen will. Den voll ausgerüsteten PC der zu Hause auf ihn wartet und natürlich über die „Frauen“. Lediglich die Saufgeschichten sind neu. Aber sie werden mit den selben Leuchten in den Augen erzählt.
Ich befürchte, bei mir hat sich da auch nicht viel getan (Keine Chance – meine ganzen schlechten Charaktereigenschaften zähle ich jetzt nicht auf).

Im Prinzip sind wir also dieselben, wie vor einen Jahr. Nur anders gekleidet, anders wohnend und etwas klüger vielleicht.
Als ich ihn noch zum Parkplatz begleitete und er gerade von seiner neusten Investition prahlte, sagte er „Die Kacke geht ab wie nichts“ (oderso) – Ein Spruch den er auch in einen Film sagte den wir vor ca. 5 Jahren mal gedreht haben. So viel dazu.

Ich bin mal gespannt wie es weiter geht.