Tomahawk Player

Vor einer Weile stieß ich im Internet auf einen ganz neuartigen Player.
Er nennt sich Tomahawk und legt sehr viel Wert auf die „soziale Komponente“ beim Musikhören.

Dass er Open Source und Plattformunabhängig ist, ist natürlich gleich ein Pluspunkt. Die besondere Gabe des Players ist, dass er Musik aus dem Internet, von den verschiedensten Quellen, wiedergeben kann. Soundcloud und Youtube z.B. oder aus der Musiksammlung eines Kumpels. Man kann auch Erweiterungen für eigene Quellen wie z.B.: der Musikdienst vom Sozialen Netzwerk  vkontakte selber ergänzen. Wenn man sich über GoogleTalk oder Jabber mit Freunden verbindet, kann man sehen, was diese geraden hören oder ihre Musiksammlung durchblättern (vorausgesetzt diese sind online).
Der Player kann nach Last.fm scrobbeln, zeigt Informationen zu jedem Künstler an und setzt auch sonst voll auf eine gut getaggte Musiksammlung. Schlecht ist allerdings, dass er ungetaggte Lieder gar nicht erst in die Mediathek aufnimmt, geschweige dann abspielt. Ich habe es außerdem noch nicht geschafft, den Player mit einer *.mp3 Datei zu verknüpfen. Auch Drag & Drop von außerhalb des Players funktioniert nicht. Musik muss ich immer über die Mediathek des Players öffnen.

tomahawk

Bei Playlisten setzt der Player auf ein Open Source Format. Normale Playlisten kann man zum Beispiel mit dem VLC Media Player umspeichern und so auch bei Tomahawk nutzen. Der Player läd aus den Playlisten nur die Songinformationen und sucht sie sich dann selber aus seiner Mediathek. Da er keinen Speicherplatz für den Song voraussetzt, hat das natürlich die Folge, dass man Playlisten nur von Tomahawk zu Tomahawk exportieren kann, dafür reicht dann aber auch nur die Playlist, bzw. ein Klick zum Kopieren der Playlist aus der Mediathek des Kumpels.

Zurzeit verwende ich den Windows Media Player von Windows 7. Dieser ist mit der Größe meiner Musiksammlung überfordert. Dieses Problem hat Tomahawk nicht. Mit ca. 17.000 Songs läuft das Suchen und durchscrollen einwandfrei.

Auch die Mediahotkeys meiner Tastatur werden von Tomahawk erkannt. Der Player minimiert sich beim schließen in den Tray und spielt weiter und es kann etwas umständlich über Rechtsklick das Lied weiter geschaltet werden o.ä.
Weitere Komfortfunktionen wie das Öffnen des Speicherpfades oder das Syncronisieren mit einem mobilen Gerät, oder das Kopieren der Musik von einem Kumpel oder der Quelle unterstützt Tomahawk nicht.
Alles in allen finde ich die Usabillity gelegentlich etwas frickelig und gewöhnungsbedürftig. Dafür ist das Optionsmenü sehr übersichtlich.

Dieser Player hat viel Potential, allerdings fehlen ihm auch ein paar Basics. Aktuell habe ich auch noch nicht herausgefunden, wie man diese nachrüstet. Hin und wieder zickt er auch aus mir unerklärlichen Gründen.
Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob er in der Lage ist meinen bisherigen Player im Alltag zu ersetzen, dafür muss ich ihn einfach noch etwas testen. Aber ich werde die Entwicklung dieses Players weiterhin gespannt verfolgen.

Wer es ausprobieren möchte: http://www.tomahawk-player.org/

Musiksammlung aufräumen

musik aufräumenEs gibt Menschen, die sammeln alles Mögliche und können nichts wegschmeißen. Ich gehöre nicht dazu, nicht ganz, seit dem ich einen PC habe sammle ich alles an Musik was ich so in die Finger kriegen kann und lösche da auch nur sehr ungern Musik raus (Man könnte sie ja evtl. später mal mögen – wäre nicht das erste Mal das sich mein Musikgeschmack verändert). So haben sich im Laufe der Zeit 140 GB Musik (+ 10GB Hörbücher und Soundtracks) gesammelt, da ich sie nicht so von heute auf morgen bekommen habe, ist die Sammlung nicht sehr Einheitlich. WMA, MP3, M4A, Flac usw.
Die Ordner Strukturen sind dadurch auch teils sehr unterschiedlich (Ab und zu ist auch ein Lied völlig falsch eingeordnet). Die ID3 Tags sind immerhin fast alle richtig gesetzt.
Allerdings nervte dieses leichte durcheinander schon ein wenig. Besonders da mein Handy, was ich auch viel als MP3 Player nutze, sich mit einigen Formaten (WMA > 1000 kbps) etwas anstellt.
Es ist ja nicht so, dass ich früher schon versucht hab da etwas aufzuräumen, allerdings hat das nur mäßig geklappt. Diese ganzen Ordner und Dateien einzeln umzubenennen und zu verschieben ist einfach zu viel Arbeit.

Deswegen habe ich es dieses Mal mit Hilfe neuester Technologie probiert.
Das ganze sah dann wie folgt aus:

Schritt 1: Ein Backup von der Musiksammlung anlegen (Für den Fall der Fälle).

Schritt 2: Gesamte Musiksammlung auf MP3 umstellen:
Das gestaltete sich gleich etwas Schwieriger. Erst einmal muss man alles finden was nicht MP3 ist. Mit Media Monkey ging das allerdings ganz gut. Nur eine „Ordner öffnen“ Funktion habe ich nicht gefunden. Danach habe ich die Musik mit dem Programm Format Factory ins MP3 Format umgewandelt.
Das klappte allerdings nicht bei den *.wma Dateien die mehr als 1000 kbps hatten.
Für diese habe ich dann Jodix’s Free WMA to MP3 Converter benötigt.
Das Ganze ist sehr Zeitaufwendig, da die ID3 Tags nicht immer übernommen werden.
Deshalb musste ich die einzelnen Alben mit Mp3Tag neu taggen.
Nachdem ich das aber alles erledigt hatte (Ich hatte zum Glück überwiegend MP3 Dateien in meiner Musiksammlung) ging es weiter zu

Schritt 3: Taggen
Ich hatte anscheinend auch noch unterschiedliche ID3 Tag Versionen in den einzelnen MP3 Dateien.
Deshalb habe ich bei allen MP3 Dateien „von Kuhjunge“ ins Kommentarfeld eingetragen. Dadurch wurden sie alle ins das gleiche Format umgeschrieben (Mp3Tag ist wirklich ein praktischer Helfer).
Dann hatte ich noch das Problem das viele Cover der Alben nur als Folder.jpg im Musikverzeichnis gespeichert waren. Ich habe mir dafür in Mp3Tag eine Aktion erstellt, die im jeden Verzeichnis die Bilder raus sucht und in die Datei schreibt (Das ganze dauert dann wirklich Stunden aber immerhin automatisiert). Mit MediaMonkey habe ich dann nur noch überprüft ob auch wirklich alle Dateien die wichtigsten Tags besitzen, damit sie auch ja alle bei Last.fm gescrobbelt werden. Viel wichtiger waren die Tags allerdings für die Neustrukturierung meiner Musiksammlung (Minimum: „Interpret“ „Albuminterpret“ & „Titel“).

Schritt 4: Sortieren
Der nächste Schritt war dann das automatische Sortieren mit Media Monkey.
Einfach die gesamte Musiksammlung markieren und per Rechtsklick mit „Automatisch einordnen“ sortieren.
So habe ich gleichzeitig viel doppelte Musik (Gleiches Album) gefunden, da die nicht kopiert werden konnte
(Da konnte ich mich dann tatsächlich von so manchem Album trennen).
Ich habe die Musik dann in einen ganz anderen Ordner kopiert. Media Monkey hat mir dann noch angeboten alle Dateien, die anscheinend zum Album gehören (zb. folder.jpg, Playlisten und was sonst noch im selben Ordner wie das Album war) mit zu kopieren. Daran hatte ich aber kein Interesse. Die verbliebenen Dateien (2 GB nicht Musik!) habe ich dann gelöscht. Zum Schluss habe ich dann noch überprüft ob die Musiksammlung das alles unbeschadet überstanden hat (Anzahl richtig, Alle Tags noch da, „Stich“- Hörproben). Der Windows Media Player hat dann beim neueinlesen der Musiksammlung, erst einmal sämtliche Cover.jpg wiederhergestellt.
Naja, muss ich jetzt mit Leben, solange ich den Windows Media Player noch benutze (Überlege mir da noch aktuell eine Alternative, da 140GB zu viel für die WMP Medienbibliothek ist).
Nach dem Aufräumen waren dann nur noch 127 GB Musik vorhanden. Hat also auch ein bisschen Platz geschaffen.
Das Ganze war sehr Zeitintensiv, da 23000 Dateien nicht innerhalb von 5 Minuten von einem Programm bearbeitet werden können, zu mindestens nicht auf meinem Laptop.
Verwendete Software: