Ein Jahr wie ’45

„Weißt du was uns fehlt? Es fehlt uns wieder so ein Jahr wie ’45. Ein Jahr wo wir alle mal wieder Hungern müssen!“ Die Mitte 40 Bäckereifachverkäuferin und die Azubine an ihrer Seite stimmen den alten Kriegsveteranen nach seiner Rede nickend und bejahend zu. Wohl in der Hoffnung, ihm trotzdem noch ein paar Berliner verkaufen zu können. Vielleicht auch weil sie tatsächlich glauben, dass ein Jahr lang hungern aus dem durchschnittlichen Wohlstandskind einen Weltverbesserer machen könnte. Am liebsten möchte ich schreien. Fragen ob er es damals so toll fand, dass tausende verhungert sind, weil nicht genug Essen da war. Ob Ihm überhaupt bewusst ist, dass er zu den Alten und Schwachen gehört, die in der Regel als Erstes bei Katastrophen abkratzen würden? Ein Jahr hungern macht die Menschen nicht schlauer. Nicht wirklich. Es fördert nur die Verschwendung danach, wenn die Nahrung wieder in großen Mengen verfügbar ist. Freiwilliger, bewusster Verzicht, bessere Aufklärung, Bewusstsein und Verantwortungsgefühl schaffen hilft gegen unsere Wegwerfgesellschaft, nicht zwangshungern. Letztendlich war seine Vorstellung nur ein „Früher war alles Besser“ oder in diesen Fall „Wir hatten es früher ja so viel schwerer und das hat unseren Charakter so viel besser geformt“. Eine Glorifizierung der eigenen Jugend. Der Neid auf die neue Generation. Selbst in meiner Generation beobachte ich immer mehr „Facebook“ post in denen Menschen stolz darauf sind, mit 7 noch kein iPhone besessen zu haben. Das selbe Phänomen. Eine andere Generation. Wer weiß worauf die „IPhone“ Generation später neidisch sein wird.

Mailauszug

mailauszug

Ich schreibe viele Mails. Die meisten davon sind unspektakulär und schnell wieder gelöscht. Aber die Mail die ich gerade von meiner kleinen Schwester (von der Jüngsten möchte ich dazu anmerken) geschickt bekommen habe, hat mich gerade ziemlich vom Hocker gerissen. Ich glaube ich muss noch mal ein ernstes Wort mit meinem kleinen Schwesterchen reden.

So oder so, aus ihr wird noch mal etwas ganz Großes, davon bin ich überzeugt.

Nachtrag: Sie schreibt übrigens von diesen Video.

Geliebt zu werden

Ich möchte jemanden, bei dem ich jammern kann, wie schlecht es mir doch geht, bei dem ich herumschreien kann, wie scheiße und hoffnungslos das alles doch ist, jemanden, bei dem ich weinen kann, weil mich das alles total überfordert, bei dem ich alle Masken fallen lassen kann, ohne Angst haben zu müssen mein Gesicht verlieren. Jemanden, der das alles versteht, der mich dann in den Arm nimmt und ganz fest drückt, sodass ich fast keine Luft mehr bekomme und die Wärme und Geborgenheit spüren kann.

Ich möchte jemanden der mir zeigt, wie wichtig ich bin und mich erkennen lässt, dass ich geliebt werde.

für Mädchen

“Was guckst du den für Serien auf englisch?”
“My little Pony, Gravity Falls …” entgegne ich.
Kurze Stille.
Meine beiden Arbeitskollegen gucken sich kurz verdutzt an. Sie wollen nicht so recht begreifen was sie da gerade gehört haben.
“My little Pony? Das ist doch eine Serie für kleine Mädchen.”
“Nicht nur…” entgegne ich etwas hilflos.
Danach begann das Gelächter.

 

We live in a society where saying that something is for girls is the equivalent to saying that something is stupid, or saying that something isn’t worthwhile. I think that’s awful and I think that kind of attitude needs to be changed. – Lauren Faust