Lüneburger Heide 2021

Mit einer ziemlichen Verspätung ist hier der Reisebericht von unserem letzten Urlaub.

ein Schäfer der Lüneburger Heide

Sonntags startete unsere Reise. Wir fuhren knapp eine Stunde zu der Ferienwohnung in der Nähe von Bispingen und kamen mittags an. Uns wurde direkt die Wohnung gezeigt und wir richteten uns direkt ein und aßen etwas, bevor wir zu einem kleinen Spaziergang in der Umgebung aufbrachen. Wir wanderten um den nahegelegenen Brunausee und machten einige Fotos und gingen weiter durch das umliegende Örtchen namens Behringen und schauten uns an, was es hier so gab. Allerdings gab es dort außer Restaurants, einem Hotel und weitere Touristenangeboten nicht viel zu sehen.

Als ich am Abend dann die Bilder überspielen wollte, gab es leider eine kleine Katastrophe. Aus irgendeinem Grund wollte mein Smartphone die SD-Karte nicht mehr lesen und bei dem Versuch trotzdem drauf zuzugreifen löschte mein Handy die Speicherkarte, was die Laune am Abend dämpfte. Wir planten noch die Ziele für die nächsten Tage.

Als wir uns am nächsten Morgen gerade auf den Weg machen wollten, bekam ich einen Anruf, dass ein Kleinbus, den meine Freundin sich kurz vor dem Urlaub online angeschaut hat, für eine Probefahrt zur Verfügung stand. Deswegen planten wir spontan um und machten uns auf den Weg zum Autohändler, der nur eine Stunde entfernt war. Wir schauten uns den Wagen in Ruhe an und machten eine Testfahrt. Da er uns gut gefiel und nicht zu teuer war, beschlossen wir den gebrauchten Wagen zu kaufen. Anschließend ging es nach Bispingen, um unsere Vorräte aufzustocken, nebenbei schauten uns eine kleine Kirche an und wanderten wir durch ein nahegelegenes Waldstück, bevor wir nach Hause fuhren. Es gab Wraps zu essen und wir spielten am Abend Uno – leider habe ich dabei aber fast nur verloren.

Am Dienstag fuhren wir Richtung Bispingen zum Söhlbruch Urwald, dort wanderten wir einen kleinen Rundweg entlang. Der Wald war sehr dicht und moorig mit vielen umgestürzten Bäumen. Trotzdem schien die Sonne durch die Baumwipfel und schaffte eine großartige Atmosphäre. Teilweise war der Weg etwas matschig, aber mit guten Wanderschuhen war das kein Problem. Anschließend fuhren wir zur Schwindebecker Quelle. Diese war beeindruckend. Die knalligen Farben der Algen, die durch das kristallklare Wasser erkennbar waren, waren wirklich schön. Überall gab es kleine Sandfontainen in denen das Wasser aus der Quelle sprudelte. Meine Freundin nutzte die Gelegenheit, um viele Bilder mit ihrem Polfilter für unsere Kamera zu machen. Von dort aus wanderten wir weiter durch die Schwindebecker Heide. Es ging über den Feldherrenhügel, der eine nette Aussicht bot, weiter bis zu den Kieselgurteichen, die nicht besonders spektakulär waren und anschließend zurück zum Auto. Wir machten auch zwischendurch ein Picknick bei Sonnenschein in der Heide. Insgesamt hatten wir richtig Glück mit dem Wetter, denn die meiste Zeit schien die Sonne. Leider war das Heidekraut inzwischen schon ausgeblüht, weshalb wir nicht mehr die volle Farbenpracht genießen konnten. Abends spielten wir Café International bis in den späten Abend.

Schwindebecker Quelle

Am sehr nebeligen Mittwoch brachen wir nach Niederhaverbeck auf und wanderten dort vom Parkplatz aus in Richtung Heide. Auf dem Weg kam uns ein Schäfer mit seiner Herde entgegen und obwohl so viele Heidschnucken gerade vor der Nase unseres Hundes Frido liefen, blieb dieser glücklicherweise ruhig. In der Heide erreichten wir den Aussichtspunkt namens Wilseder Berg, der leider an diesem Tag nur eine mäßige Aussicht bot. Es ging weiter zu einem kleinen historischen Dort namens Wilsede in der Heide. Dort war allerdings gerade das Museum ‚Dat ole Huus‘ geschlossen, weshalb wir die alten Häuser nur von außen begutachten konnten. Weiter ging es zum Totengrund, wo wir einen Rundweg um das Tal entlangwanderten. Es gab da zwar keine lila blühende Heide mehr, dafür aber viele Bäume mit gelben und roten Blättern zwischen der grauen Heide und den grünen Tannen. An dem Holzberg machten wir eine kleine Pause und genossen die Aussicht, bevor wir den Rundweg abschlossen. Danach wanderten wir noch ein ganzes Stück durch den Steingrund und einen kleinen Wald bis wir auf dem Parkplatz, auf dem wir unsere Wanderung begonnen hatten, ankamen. Wir gingen noch kurz unsere Vorräte aufstocken, bevor es zurück zur Wohnung ging. Dort gab es einen weiteren Spieleabend mit Café International. Allerdings war ich so müde, dass ich mich recht schnell ausgeklinkt habe.

Am Donnerstag ging es dann aufgrund des angesagten Regens zum Kiekeberg Freilichtmuseum. Wir starteten dort im Marschendorf Teil, welches aus vielen restaurierte Bauernhäusern aus der Marschenregion bestand. Gegen Ende gab es noch eine Ausstellung zum Thema Handwerksberufe im Wandel der Zeit. Anschließend ging es ins Heidedorf weiter, welches Häuser aus der Heide zeigte. Die meisten Häuser konnte man begehen und sogar einige Tiere waren in den Häusern. Danach ging es in die Königsberger Straße, diese befand sich noch im Aufbau. Dort gab eine Tankstelle von 1950, ein Haus aus dem Quelle Katalog und Nissen Häuser aus der Nachkriegszeit, die man sich anschauen konnte. Die Geschäfte der damaligen Zeit befanden sich noch im Aufbau. Dazu gab es eine Ausstellung, welche die Probleme der Nachkriegszeit und den Wandel des Lebensstils bis 1975 zeigte.

Zum Schluss ging es ins Ausstellungsgebäude, wo es ein Agrarium gab, in welchen alten Traktoren, Landmaschinen und die Ernährung der damaligen Zeit gezeigt wurden. Das Agrarium hatte insgesamt 3 Stockwerke. Danach ging es noch in die Spielzeugausstellung, bevor wir uns auf dem Weg zum Ausgang noch die letzten Marschenhäuser anschauten und dann nach Hause fuhren. Natürlich wäre das Ganze bei Sonnenschein noch etwas schöner gewesen, aber auch so konnten wir aus dem Regentag noch am meisten rausholen, da es doch sehr viele Möglichkeiten gab, in die Häuser hineinzugehen. Wir haben trotzdem beschlossen das Museum noch einmal zu besuchen, wenn die Königsberger Straße voll ausgebaut wurde. Abends spielten wir nochmal Bohnanza.

Freitags war das Wetter wieder trocken. Wir starteten mit einer Wanderung auf den Wietzerberg, wo wir uns das Löhnsdenkmal anschauten und dann weiter durch den Wald nach Münden gingen. Dort angekommen ging es durch den alten Stadtkern und wir schauten uns die alte Mühle an. Von der Mühle war aber nicht allzu viel „Altes“ erkennbar. Auf dem Rückweg nahmen wir uns etwas Leckeres beim Bäcker mit und machten ein Picknick in einem kleinen Park. Dort gab es viele gepflanzte Bäume, die jeweils ein Schildchen mit Hochzeitsdatum vor sich stehen hatten. Wir wanderten zurück zum Auto und fuhren weiter nach Borstel in der Kuhle und machten eine Wanderung im Abendlicht um die besagte Kuhle herum und durch die Borsteler Schweiz bis zum Fluss Brunau. Anschließend machten wir uns wieder auf den Rückweg. Die Runde war nicht allzu groß, aber dafür war die Vegetation in der Kuhle doch überraschend abwechslungsreich. Abends spielten wir wieder einige Runden Bohnanza.

Am Samstag war das Wetter bewölkt, aber trocken. Wir fuhren erst zur Oldendorfer Totenstatt und schauten uns einige Hügelgräber in der Heide an. Anschließend ging es weiter zur Wassermühle in Oldendorf, welche leider nicht sehr spannend war. Danach fuhren wir zum Marxener Paradies bei Marxen am Berge und wanderten dort um das Paradies. An einem Sonnentag wäre es dort vermutlich sehr paradiesisch und gut geeignet für ein Picknick gewesen, allerdings war es für unseren Geschmack etwas zu kühl.

Der nächste Stopp war die Soderstorfter Nekropole, welche restaurierte Hügelgräber und andere Grabformen aus der Bronzezeit ausstellte. Zum Schluss hielten wir noch kurz bei der Soderstorfer Mühle, welche die erste Mühle im Urlaub war, die noch ein Wasserrad aus Holz besaß.

Am Sonntag feierten wir am Morgen meinen Geburtstag, bevor wir schließlich abreisten. Zu Hause gelang es mir dann die verlorengeglaubten Bilder von der Speicherkarte zu retten. In der Ferienwohnung selbst gab es zwar Internet, aber das war so langsam, dass ich doch oft auf die LTE-Verbindung von meinem Handy ausgewichen bin. Insgesamt waren die Heide und die Geschichte hinter der Entstehung der Heide sehr interessant und es war ein spannender Urlaub, weshalb wir auch den Plan gefasst haben, die Lüneburger Heide noch einmal in voller Blüte zu besuchen.