Der Tatortreiniger – Fleischfresser

Fleischfresser war der Titel der aktuellen Folge von „Der Tatortreiniger“. Das ganze ist zwar eine Comedy Serie, aber in den 2 Folgen, die ich bisher gesehen habe, gab es immer ein Thema, was gar nicht so ganz ohne war. Dieses mal ist Scotty der Tatortreiniger auf einer im Rollstuhl sitzenden, frisch getrennten Veganerin getroffen.

Die Folge https://www.ndr.de/unterhaltung/comedy/tatortreiniger/tatortreiniger543.html oder

Die Zusammenfassung:
Drehte sich die Thematik in den ersten Moment eher um die über Vorsichtigkeit seitens Scotty gegenüber der Behinderung Kims (der Veganerin), kamen die beiden relativ schnell auf das Thema vegan. Der Auslöser für die Diskussion war die Trennung von Kims Freund, welcher Kim belogen und hinter ihrem Rücken Fleisch gegessen hat. Kim konfrontiert Scotty mit dem Thema, dieser weiß erst gar nichts damit anzufangen. Kim erklärt ihm was vegan bedeutet und Scotty begreift so langsam was vegan bedeutet. Danach folgt ein Ausflug in die Tierethik und etwas Antispeziesismus. Nachdem keine richtigen Argumente von Scotty kommen und er Kim sowieso schon als Spinnerin abgestempelt hat, flieht er aus der Wohnung und isst demonstrativ vor ihrer Wohnungstür erst einmal ein Wurstbrot. So hätte die Geschichte dann geendet, wäre da nicht der intolerante Nachbar, der sich über die „Verrückte“ auslässt und sowohl über ihren Tieraktivismus als auch über ihre körperlichen Behinderungen herzieht. Unter anderem hat sie der Person, die sich in der Nachbarwohnung erhängt hat, den Hund wegnehmen lassen durch das Tieramt. Erst stimmt Scotty ihm zu, aber als Scotty mitbekommt, wie Rücksichtslos dieser Nachbar über Kim herzieht, tritt er auf die Bremse und fängt sogar an Kim zu verteidigen. Nachdem er sich sogar als Tierfreund geäußert hat, kommt es zu Handgreiflichkeiten zwischen dem Nachbarn und Scotty. Auf einmal sitzt Scotty wieder bei Kim, die alles mitangehört hat. Sie begründet ihr verhalten und es wird auch ein wenig deutlich, dass sie etwas bereut, sich mehr um das Leiden des Hundes ihres Nachbars gekümmert zu haben, als um den depressiven Nachbarn selbst, welcher auch Hilfe gebraucht hätte. Anschließend unterhalten die beiden sich über ihren Freund. Sie handeln den Deal aus, dass Scotty 14 Tage am Stück vegan lebt, Kim im Gegenzug ihren Freund verzeiht und ihn ein Jahr alle 2 Wochen etwas Fleisch essen lässt.

Einige Momente habe ich durchaus wiedererkannt, besonders den Tierethikteil und die Reaktion von Scotty habe ich selbst ähnlich erlebt. Was etwas unter dem Tisch fiel, war der Gesundheitsaspekt, ich hätte gedacht, dass Scotty das früher oder später anspricht. Allerdings ist diese Serie mehr auf Unterhaltung als auf Aufklärung ausgelegt, und dafür war das was dort an Tierethik erwähnt wurde schon echt nicht wenig. Ich fand aber auch Kim etwas extrem, andererseits habe ich es in meinen ersten Monaten teilweise genauso gelebt.

Inzwischen ist mein Veganismus etwas abgestumpfter. Es ist mir egal was andere essen und ich beleidige sie nicht als Leichenfresser oder Ähnliches. Ich werfe das Thema niemanden mehr an den Kopf und arbeite bei Diskussionen eher in einer Defensivhaltung in der ich Versuche ein wenig aufzuklären. So kommt man meistens um so anstrengende Diskussionen wie in der Serie gezeigt, drumherum. Andererseits würde ich vermutlich eine fleischessenden Partnerin tolerieren und es nicht von ihr verlangen darauf zu verzichten, wenngleich ich es schön finden würde, wenn diese darauf verzichtet. Außerdem trinke ich bspw. Bier welches eventuell wie oben erwähnt mit tierischen Bestandteilen geklärt wird oder Sekt, bei dem ich mir ziemlich sicher bin, dass er oft nicht vegan ist. Ein Kompromiss, den ich mit mir eingegangen bin, um das ganze praktikabel zu halten. Nur von Dingen wo ein tierisches Produkt in der Zutatenliste abgedruckt ist, verzichte ich ohne Ausnahme. Den Rest versuche ich so gut wie möglich zu vermeiden, aber besonders in Gesellschaft mache ich dort ab und an eine Ausnahme.

Insgesamt war die Folge gar nicht mal so wenig informativ und trotzdem richtig unterhaltsam. Vielleicht ist es für einige ein erster Kontakt mit dem Veganismus oder hilft dabei, Veganer mehr als normale Menschen mit Fehlern und einem schrägen Hobby zu akzeptieren. Auf jeden Fall schafft es Bewusstsein für das Thema und das finde ich gut!

Außerdem gucke ich mir glaube ich noch ein paar Folgen von „Der Tatortreiniger“ an.

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