Mosel Urlaub 2019

Nachdem wir bereits 3 Wochen in Norwegen gecampt hatten, haben wir noch einen zweiten Urlaub gemacht. Dieses Mal waren wir aber nicht zu zweit, sondern mit meiner zukünftigen Schwiegermutter und Frido, unserem Hund unterwegs. Es ging für 2 Wochen an die Mosel in eine Ferienwohnung. Wir starteten am 19.8 und fuhren insgesamt 8 Stunden, bevor wir das kleine Örtchen Enkirch an der Mosel erreichten. Wir bekamen eine Tour durch unser Feriendomizil und konnten es anschließend beziehen. Unsere Vermieterin stellte uns eine Flasche Rivaner Weißwein und eine selbstgemachte Marmelade als Geschenk in den Kühlschrank. Da es inzwischen schon relativ spät war, als wir unsere Koffer verstaut hatten, machten wir am Abend nur noch einen ersten kleinen Spaziergang durch das Dorf, bevor wir alle müde in unsere Betten fielen.

Am darauffolgenden Tag nahmen wir den „Brötchenservice“ in Anspruch und ließen uns frische Brötchen vorbeibringen. Nach dem Frühstück schauten wir uns erst einmal genauer im Dorf um und machten eine Shoppingtour durch die örtlichen Lebensmittelgeschäfte. Diese hatten nur ein sehr reduziertes Sortiment, welches dazu noch recht teuer war. Immerhin gab es im Biomarkt einige nette vegane Aufstriche. Nach einer kleinen Mittagspause ging es auf die erste richtige Wanderung. Das Wetter war zwar bewölkt, aber trotzdem angenehm warm. Wir folgten dem ausgeschilderten Weinlehrpfad durch die Weinhänge. Dort lernten wir einiges Neues über den Weinanbau. Zwischendurch konnten wir die Stuntflüge zweier Flugzeuge beobachten, welche über uns kreisten. Auf dem Weg wimmelte es vor kleinen Eidechsen, die sich an einer Mauer entlang des Weinhanges versteckten. Dazu bekamen wir einen guten Überblick über die anliegenden Berge und Täler.

Am nächsten Tag wanderten wir zur Starkenburg. Wir wanderten erst an einigen Mühlen vorbei, von der nur noch die obere Starkenburger Mühle funktionstüchtig war. Dort machten wir noch ein kleines Picknick, bevor wir unsere Wanderung durch den Wald fortsetzten. Anschließend erreichten wir die kleine Ortschaft „Starkenburg“ in der wir uns umschauten und ein paar Aussichtspunkte ansteuerten. Die Aussicht auf Traben-Trarbach und Enkirch war großartig. Von der Starkenburg Ruine waren allerdings nur einige Tore und ein paar Mauerreste zu erkennen. Anschließend wanderten wir den Moselhöhenweg auf dem Herrenberg zurück nach Enkirch. Auf dem Weg haben wir auch noch einen kleinen Halt an der Winzerkapelle und dem Aussichtspunkt Rottenblick gemacht. Insgesamt waren wir mit Hund 15 Kilometer und etwa 7,5 Stunden unterwegs.

Am Donnerstag fuhren wir nach Bullay, um unsere Vorräte aufzustocken. Über die Zugbrücke ging es anschließend zur Marienburg. Nach einem kleinen Picknick auf dieser machten wir eine kleine Wanderung über die Kriegsgräberstätte zum Prinzenkopfturm. Von dort aus hatten wir einen wunderschönen Rundumblick auf zwei verschiedene Mosel Schleifen und verschiedene umliegende Dörfer. Da das Wetter recht heiß war, wanderten wir anschließend wieder zurück zum Auto, da Frido nicht mehr in der Wärme laufen wollte. Die letzten Meter mussten wir Frido auch schon tragen. Wir kamen trotzdem recht spät am Nachmittag erst wieder an der Ferienwohnung an.

Am Freitag fuhren wir zur Winneburg in Cochem. Dort parkten wir am nächsten Wanderparkplatz und wanderten auf die Burgruine. Das Wetter war wieder sonnig, aber der größte Teil des Weges führte durch einen Wald, der uns angenehmen Schatten spendete. Angekommen auf der Burgruine erkundeten wir erst einmal die vielen Gänge und Winkel. Anschließend machten wir ein Picknick und genossen die Aussicht, bevor wir wieder durch den Wald zurückwanderten. Wir machten noch einen Abstecher zur Historischen Senfmühle Cochem und meine Freundin hat sich durch das Senfangebot durchgekostet und auch ein paar Senfsorten eingekauft.

Am Samstag war es wieder sonnig und wir sind Richtung Bremm gefahren. Dort sind wir von einem Wanderparkplatz auf den Calmont gewandert. Auf allen Aussichtspunkten, die wir anschließend ansteuerten, hatte man einen anderen Winkel auf die Moselschleife von Bremm. Unsere erste Station war das Bremm Gipfelkreuz, welches von Touristen überlaufen war. Danach ging es zum römischen Bergheiligtum, einem restaurierten römischen Tempel. Dort machten wir ein kleines Picknick, bevor wir weiter zum Vier-Seen-Blick liefen. Dort war die Aussichtsplattform gerade gesperrt, sodass es schwierig war, die vier verschiedenen Mosel Abschnitte, die „Seen“ genannt, zu erkennen. Unsere letzte Station auf der Wanderung war die Feuerwehrhütte. Anschließend machten wir uns auf den Rückweg. Dort hatten wir einen kleinen Unfall, denn die Mutter meiner Freundin wurde von einer Hornisse am Kopf gestochen. Die Hornisse hatte es irgendwie geschafft, sich in ihrem Haar zu verfangen. Nachdem wir dort erste Hilfe geleistet hatten, wanderten wir weiter bis zum Parkplatz. Am Parkplatz fand meine Freundin einige weggeworfene Schalen, die sich aber in einem sehr guten Zustand befanden. Die hat meine Freundin gleich als Andenken mitgenommen, bevor wir uns auf den Rückweg machten.

Am Sonntag brauchten wir alle etwas mehr Schlaf. Deshalb starteten wir erst um die Mittagszeit in den Tag. Da es wieder auch ein sehr warmer Tag war, entschlossen wir uns die „Gässchen“ Route durch Enkirch zu laufen. Wir schauten uns die vielen kleinen verwinkelten Gassen des Ortes an. Zwischendurch machten wir einen kleinen Abstecher zur Staustufe. Diese war allerdings nicht besonders interessant. Nach dieser Tour war Frido auch wieder so warm, dass er nicht mehr weiterwollte. Erst am Abend unternahmen wir noch eine kleine Wanderung zum Barfuß Pfad. Dieser machte auf uns einen sehr heruntergekommenen Eindruck. Da es allerdings recht spät war, als wir dort ankamen und wir nicht abschätzen konnten, wie lang dieser Pfad nun wirklich ist, drehten wir wieder nach einem kurzen Stück auf dem Barfuß Pfad um und spazierten wieder nach Hause.

Auch am Montag blieb das Wetter heiß. So heiß, dass unsere recht schattige 6 Kilometer Tour um die ehemalige Festung Mont Royal für Frido eine große Herausforderung darstellte. Dementsprechend machten wir an den verschiedenen Aussichtspunkten um die Festung herum immer mal wieder längere Pausen. Der erste Aussichtspunkt gab einen schönen Blick auf das Dorf Burg und die Mosel. Vom Aussichtspunkt Eulenwerk haben wir das Treiben an der Staustufe von Enkirch eine Zeit lang beobachtet. Später schauten wir uns vom Aussichtspunkt Rabenwerk Traben-Trarbach und Wolf an. Dort sahen wir auch eine Klosterruine in Wolf. Am letzten Aussichtspunkt war die Aussicht ähnlich. Man konnte allerdings etwas mehr in die Schleife der Mosel schauen und noch das Örtchen Kröv erkennen. Von der Festung selbst ist nur noch wenig erhalten geblieben. Das was man findet, ist mit Info-Schildern genauer beschrieben und sehr interessant. Man kann durch mehrere alte Gänge an verschiedenen Punkten am Bollwerk der Festung wandern. Auch der alte Wehrgang, den man über eine kleine Wendeltreppe erreicht, ist eine Expedition wert, wenn man eine Lichtquelle dabei hat und vorsichtig über die nassen dunklen Stufen läuft. Teilweise waren einige Abschnitte gesperrt und an einer Stelle, gab es eine kleine Umleitung, weil der ursprüngliche Weg über einem Kellergewölbe eingebrochen war. Es ist wirklich schade, dass von dieser Festung nur noch so wenig erhalten geblieben ist. In der Mitte der Festung gab es noch einen Kletterpark, aber dafür war uns das Wetter viel zu heiß. Abends tranken wir bei einem gemütlichen Spieleabend gemeinsam den Rivaner.

Am Dienstag brachen wir zur Burg Arras auf. Da man allerdings schon eine Gebühr für das Betreten des Burggeländes zahlen musste, beschlossen wir stattdessen die Gegend zu erkunden. Wir wanderten erst zu einem Aussichtspunkt mit gutem Blick auf die Burg Arras und gingen anschließend weiter zum Leofelsen. Von dort aus wanderten wir weiter zur Dünwald Höhe, wo eine Hütte von der Freiwilligen Feuerwehr stand. Drum herum gab es einige Info Tafeln, die uns über verschiedene Aspekte des Waldlebens informierten. Wir machten dort ein längeres Picknick, bevor wir zur Wassertretanlage aufbrachen. Da es Frido inzwischen schon wieder zu heiß war, machten wir uns danach auf den Rückweg. Eigentlich wollten wir dabei am Alf Bach entlanglaufen, aber dort war leider der Weg zurzeit gesperrt, weshalb wir durch den Wald zurückwanderten. Anschließend machten wir noch einige Besorgungen und aßen ein Eis in Bullay, bevor wir uns auf den Rückweg machten.

Am Mittwoch fuhren wir nach Traben-Trarbach. Dort angekommen, wanderten wir einige steile Steintreppen zur Grevenburg hinauf. Da auf den Treppen stetig die Sonne schien und es immer noch 29 Grad waren, waren wir ziemlich erschöpft, als wir oben ankamen. Wir machten also ein Picknick auf der Burg und informierten uns über die Geschichte der Burg an diversen Info Schildern. Anschließend nahmen wir einen deutlich flacheren und schattigeren Waldweg mit vielen kleinen Serpentinen, um wieder in die Stadt zu gelangen. Auf dem Weg konnte man den Torbogen der Starkenburg auf den Hügeln erkennen. In der Stadt angekommen, erkundeten wir die Innenstadt und machten Halt in einer kleinen Eisdiele, in der es auch veganes Eis gab. Anschließend wanderten wir noch einmal über die Brücke, bevor wir uns auf dem Rückweg machen mussten, da Frido wieder einen Hitzestreik begann und sich bei jeder Gelegenheit in den Schatten setzte.

Am Donnerstag war das Wetter immer noch heiß, deshalb wanderten wir den Barfußpfad, den wir vor ein paar Tagen ausgekundschaftet hatten, entlang. Dieser Pfad sah zwar stellenweise etwas verwahrlost aus und ich würde ihn auch nicht unbedingt barfuß entlanglaufen, aber als Abenteuerpfad durch den Wald war er super. Dann gab es noch eine Geschichte auf einer Infotafel von einer Brücke, die sich laut einigen lokalen Esoterikern, selbst einen neuen Platz gesucht hatte. Davon waren wir erst ziemlich irritiert und später haben wir uns über diese komische Geschichte eher amüsiert. Wir picknickten auf dem Gelände eines Angelvereins und wanderten später auf einer richtigen Straße wieder nach Hause. Meine Freundin wollte anschließend noch mit ihrer Mutter einen „Krammarkt“ ein paar Straßen weiter besuchen, allerdings kamen sie nur mit Kuchen wieder zurück.

Am Freitag haben wir aufgrund der Hitze wieder einen Wanderpfad im Schatten ausgesucht. Nicht weit vom Dörfchen Kautenbach gingen wir ein Stück durch den Wald in der Nähe des Eschbaches entlang. Leider gab es im Wald nicht sehr viel zu sehen, dafür war es angenehm kühl und schattig. Wir picknickten auf einigen Baumstämmen bevor wir nach Traben-Trarbach zurückfuhren, wo wir wieder die Eisdiele vom Mittwoch aufsuchten und uns ein Eis genehmigten.

Am Samstag fuhren wir zum archäologischen Wanderweg in Bruttig-Fankel. Da einige Straßen in der Umgebung des Wanderweges gesperrt waren, war es gar nicht so einfach dorthin zu kommen. Leider lag der Waldweg nicht komplett im Schatten und es waren wieder über 30 Grad. Dementsprechend brauchten wir für die 6 Kilometer mehrere Stunden, da wir mit Frido ausgiebige Pausen im Schatten machten. Auch die Hügelgräber, die am Weg zu finden waren, waren unspektakulär. Am besten war eigentlich der Klassenraum mit Tafel und Bänken mitten im Wald. Diese Gelegenheit nutzten wir für ein kleines Fotoshooting, bevor wir unseren Weg fortsetzten. Auf dem Rückweg war es auch eine Herausforderung in Enkirch einen Parkplatz zu finden, da durch ein Wohnmobil Treffen sämtliche Autoparkplätze außerhalb belegt waren und auch alle Straßen innerhalb des Dorfes von PKWs zugeparkt waren.

Am Sonntag war das Wetter endlich deutlich kühler. Wir nutzten die Gelegenheit, um in Neef die Klosterruine Stuben zu besichtigen an der wir bereits einige Male vorbeigefahren waren. Da die Strecke größtenteils durch Weinhänge führte, gab es keinen Schatten auf der Strecke, weshalb wir schon länger auf einen kühleren Tag lauerten. Das Kloster selbst war allerdings ziemlich unspektakulär und wir wanderten recht schnell weiter auf den Petersberg. Dort suchten wir erst nach den Überbleibseln einer römischen Befestigung. Zu sehen war von dieser eigentlich nichts mehr. Dort machten wir auf einer Bank mit Moselblick ein kleines Picknick, bevor wir die Petersbergkapelle und einen der letzten an der Mosel noch genutzten Bergfriedhof ansteuerten. Wir machten noch einen Abstecher zur Eulenköpfchen Aussichtsplattform und zum Gipfelkreuz, bevor wir die Weinhänge wieder herunter wanderten. Am Montag machten wir uns wieder auf den Weg in die Heimat.

Wir hatten während unseres Urlaubs abends öfter kleine Spieleabende, wo wir hauptsächlich Bonanza und Stadt-Land-Fluss spielten. Ich hätte gerne noch mehr und besser erhaltene Burgruinen erkundet, habe aber stattdessen einiges über Wein gelernt. Insgesamt also ein sehr gelungener Urlaub.

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