Tattoo

Ihr lest richtig, ich habe mir ein Tattoo stechen lassen. Lange schon habe ich mit dem Gedanken und immer bin ich am Motiv gescheitert. Ein Motiv, dass ich mein ganzes Leben lang mit mir tragen werde, muss vorsichtig ausgewählt werden. Da ist die Motivwahl mit Abstand das Wichtigste an der ganzen Geschichte. Tattoos bei anderen Menschen finde ich schon eine ganze Weile ziemlich cool. Ich wollte auch einfach gerne die Erfahrung machen, wie es ist, sich ein Tattoo stechen zu lassen und es zu tragen.

Im Februar kam mir ein Gedankenblitz. Auf einmal war mir völlig klar, welches Tattoo ich mir stechen lassen würde. Was sowohl originell, einzigartig und ist und trotzdem schlicht. Etwas was ich mein ganzes Leben lang nicht bereuen könnte. Was sowohl eine persönliche Geschichte trägt, als auch ein Statement für die Welt.

Tattoo

Die Idee war mir den Aufdruck der Ohrmarke meiner Kuh Berta tätowieren zu lassen, auf die Brust, ein Stück über den Herzen. Berta hat mich immerhin fast mein halbes Leben begleitet und hat mich doch ziemlich geprägt. Da bin ich ihr irgendwie ein kleines Denkmal schuldig. Ihre Ohrmarke kann ich ohne Nachdenken zu müssen seit meinem zehnten Lebensjahr auswendig. Eine Nummer die mich so oder so mein ganzes Leben begleiten wird. Die persönliche Geschichte hinter meinem Tattoo.

Berta’s Ohrmarke ist aber auch ein Beispiel wie mit Tieren umgegangen wird. Dass Tiere Nummern und Strichcode ins Ohr gestanzt bekommen und normalerweise keine Namen haben. Das finde ich nicht gut. Kein Lebewesen sollte einfach nur eine Nummer sein, weder Mensch noch Tier. Das ist das Statement.

Dann steht diese Nummer auch noch für meine Herkunft. Neben dem offensichtlichen DE für Deutschland und 01 für Schleswig Holstein, soll mich diese Nummer mein ganzes Leben lang daran erinnern, dass ich eigentlich nur ein kleines Bauernkind bin, was sich in der großen weiten Welt behauptet. Eine Erinnerung daran, wer ich eigentlich bin.

Das Tattoo durch seine Zahlen für Außenstehende sehr kryptisch. Ich finde den Strichcode sogar irgendwie cool. Vor allem ist die Bedeutung niemanden sofort ersichtlich (Okay, einige Landwirte werden es vielleicht erkennen). Das finde ich auch irgendwie gut. Auf der Brust stört das Tattoo zudem nicht bei Vorstellungsgesprächen oder Ähnlichem. Generell laufe ich nicht sehr oft Oberkörper frei herum. Wobei ich meine neue Errungenschaft ja schon irgendwie gerne mit der ganzen Welt teilen würde (sonst würde ich hier ja auch nicht darüber bloggen ;) ).

Das Tattoo habe ich mir in dem Tattoostudio Red Planet in Lübeck stechen lassen. Eine Inhaberin dieses Studios lebt auch vegan, weshalb mich mir keine Sorgen um nicht vegane Farbe machen musste. Sie war übrigens auch von meiner Tattoo-Idee begeistert und hat mich gut beraten. Tätowieren tut übrigens wirklich ein bisschen weh, aber nichts, was nicht aushaltbar wäre. Es ist einfach nur ein wenig unangenehm. Wobei die Brust auch keine sehr empfindliche Stelle ist.

Inzwischen ist das Tattoo schon fast 3 Monate alt und ist perfekt abgeheilt und ich bin immer noch sehr glücklich damit. Ob ich mir noch weitere Tattoos stechen lassen werde, kann ich noch nicht mit Sicherheit sagen. Wenn ich ein Motiv finde, dann vermutlich schon. Aber das Erste Tattoo reicht mir erst einmal, denke ich.

Ein Gedanke zu „Tattoo

  1. Ich finde auch, dass keine Lebewesen eine Nummer sein solle! Ich würde mich aber trotzdem kein Tatoo stechen lassen, auch wenn ich finde, dass es eine gute Idee war ;)

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